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#good2know - Folge 6

#good2know - Folge 6

Alle drapilux-Stoffe für den Maritimbereich besitzen eine Produktzertifizierung gemäß der europäischen Schiffsausrüstungsrichtlinie. Diese besagt: Nach den internationalen Übereinkommen im Bereich der Seeverkehrssicherheit müssen die Flaggenstaaten dafür sorgen, dass die Ausrüstung eines Schiffes hinsichtlich Entwurf, Bau und Leistung bestimmten Sicherheitsanforderungen genügt und hierfür entsprechende Bescheinigungen ausstellen. Dazu haben die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO für „International Maritime Organisation“) sowie die internationalen und europäischen Normungsorganisationen Leistungs- und Prüfnormen für bestimmte Arten von Schiffsausrüstung ausgearbeitet. Hier sind auch die Anforderungen an die Schwerentflammbarkeit und die Prüfnormen für Textilien geregelt. 

Neuregelung: Jeder Textilartikel einer Produktfamilie ist zu prüfen

Nach einer Überarbeitung ist die Richtlinie 2014/90/EU in ihrer neuen Form am 18.9.2016 in Kraft getreten. Die Regularien, unter die auch ein verschärftes Konformitätsbewertungsverfahren fällt, zielen insbesondere darauf ab, eine Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Artikel im Schadensfall sicherzustellen. So muss für jedes Produkt, das unter einem eigenen Handelsnamen geführt wird, eine Prüfung durchgeführt werden. Für Textilien heißt das, dass jeder Artikel einer Produktfamilie entsprechend zu prüfen ist.  

Experten Wiedemann und Vollenbröker (c) Trevira

Die drapilux-Stoffe haben alle Tests mit Bravour bestanden

Auf Schiffen ist der Brandschutz besonders wichtig. Präventive Maßnahmen sind unabdingbar, da es keine Fluchtmöglichkeiten und nur eingeschränkte Optionen zur Brandbekämpfung gibt. Die Grundlage der Gesetzgebung bildet die Resolution der IMO (International Maritime Organisation / Internationale Schifffahrtsorganisation). „Die speziellen Anforderungen, die die Textilien zu erfüllen haben, legt die EU im FTP-Code 2010, dem Fire Test Procedure Code, fest“, erklärt Frank Wiedemann, Leiter der Qualitätssicherung bei drapilux. Besteht ein Stoff diese Tests, bekommt er die Zertifizierung nach Modul B, die sogenannte Produktzertifizierung. „Neben dem Modul B gibt es auch noch das Modul D, mit dem drapilux ausgezeichnet ist“, führt Wiedemann aus. Dieses enthält nicht nur die einzelnen Produktzertifizierungen, sondern auch die Auditierung des Qualitätssicherungssystems. Dafür wird das Herstellungsverfahren jährlich durch einen Notified Body (Zertifizierungsstelle, z. B. die Berufsgenossenschaft Verkehr für Verkehrswirtschaft, Post-Logistik und Telekommunikation kurz BG Verkehr, Dienststelle Schiffsicherheit geprüft. Wenn bestimmte Rohstoffe eine wichtige Rolle für die Funktionalität des Produktes spielen, werden deren Hersteller ebenfalls von einer benannten Stelle überprüft. „Aus diesem Grund wird auch die Produktion der schwer entflammbaren Trevira Fasern bzw. Garne, aus denen drapilux seine Maritimstoffe herstellt, von der benannten Stelle BG Verkehr auditiert, denn die schwer entflammbare Modifizierung im Fasermolekül ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die daraus gefertigten Textilien die Brandanforderungen nach dem FTP Code 20210 erfüllen können. Durch das Audit bei Trevira wird die Rückverfolgbarkeit der Produkte bis hin zu den verwendeten Rohstoffen, d. h. im Fall der Trevira CS Textilien bis zum Faserpolymer sichergestellt“, weiß Anke Vollenbröker, Director Marketing & Business Development bei Trevira.

Prüfung erfolgt mit verschiedenen Tests 

Vor Inkrafttreten der neuen Richtlinie hatte Trevira die Möglichkeit, über das eigene Produktionsaudit hinaus seine Kunden bei der Erlangung der notwendigen Zertifikate unterstützen. Heute muss für jedes Produkt mit einem eigenen Handelsnamen eine eigene Prüfung durchgeführt werden. „Folglich mussten wir unsere Trevira CS Kollektionsartikel sowie unser Herstellungsverfahren selbst auditieren lassen“, erläutert Frank Wiedemann. „Das wurde 2018 vorgenommen, und wir konnten 87 Vorhänge und Gardinen und 13 Möbelstoffe aus Trevira CS zertifizieren lassen.“  

Bei der Prüfung gibt es verschiedene Tests.  Die Bedingungen richten sich dabei nach dem Einsatzbereich des Produkts. So wird bei Vorhangstoffen unter anderem untersucht, ob der Stoff von der Mitte bis zum Rand durchbrennt, wie lange das Textil nachbrennt, ob sich darunter befindliche Baumwolle entzündet und ob es zu oberflächigem Aufflammen kommt. Zusätzlich wird die durchschnittliche Länge der Verkohlung gemessen. Bei Möbelstoffen wird getestet, ob sich durch eine glimmende Zigarette oder Propangasflamme ein Schwelbrand entwickelt bzw. das Textil entflammt.

Somit entsprechen sowohl das Herstellungsverfahren der Fasern bzw. Garne als auch die Textilien und die Produktion bei drapilux der Schiffsausrüstungsrichtlinie. Die Auditierung und Zertifizierung auf jeder Stufe des Produktionsprozesses erhöht die Sicherheit für das Leben auf See. Zudem ist die Haftbarkeit besser bestimmbar. „Für die Anwendung auf Kreuzfahrtschiffen ergibt sich somit ein sehr sicheres textiles Produkt, das bedenkenlos und global eingesetzt werden kann“, resümiert Vollenbröker. Wiedemann bekräftigt: „Die für drapilux vorliegenden Zertifizierungen nach Modul B und D sind gemäß einer EU-Richtlinie in allen Ländern Europas gültig. Außerdem besitzt drapilux noch eine sogenannte U. S. Coast Guard Zulassung für die einzelnen Produktzertifizierungen (Modul B). Die drapilux-Zertifikate sind damit weltweit anerkannt, und die Textilien können problemlos auf allen Schiffen eingesetzt werden.“

Frank Wiedemann ist bei Schmitz Textiles u. a. dafür verantwortlich, dass die internationalen Brandschutznormen eingehalten werden und beantwortet Anfragen zur REACh – der Europäischen Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Die REACh gilt als eine der strengsten Chemikaliengesetze der Welt.

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